Die eigene Behandlung bzw. Bewältigungsversuche und Selbsthilfe sind vermutlich die wichtigsten Arten der Hilfe zur Selbsthilfe bei psychischen Problemen / Depressionen und anderen Störungen.
Die meisten psychischen Störungen und psychiatrischen Erkrankungen betreffen Menschen, die in der ein oder anderen Form Probleme bei der Bewältigung der Herausforderungen im Alltag haben.
Man konnte in den vergangenen Jahren wiederholt nachweisen, dass nun einige Menschen trotz hoher Belastungen ihre psychische Gesundheit dennoch erhalten können, indem sie spezielle Fertigkeiten im Umgang mit Stress erlernt und trainiert haben.
Diese Bewältigungsfähigkeiten scheinen ganz erheblich mit den positiven oder negativen Lernerfahrungen in der Kindheit und Vorbildern in der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen abhängig zu sein. Man kann aber auch durch die Vermittlung von solchen Fertigkeiten im Bereich der Selbstbehauptung (sog. Assertivness-Training) oder Sozialer Kompetenz (SKT) eine Menge erreichen. Dadurch wird zwar das Auftreten von psychischen Erkrankungen nicht verhindert, sehr wohl aber die Bewältigungsmöglichkeiten und das Aufsuchen von Hilfe bei Problemen deutlich verbessert. Je früher man also Unterstützung für seine Probleme sucht, desto besser ist dies in aller Regel auch.
Dabei kann auch die Beratung und Unterstützung von Menschen mit ähnlichen Problemen und Erfahrungen in Selbsthilfegruppen (mit oder ohne Supervision durch Therapeuten) eine wichtige Rolle spielen. Dies hat sich u.a. bei Suchtproblemen, Erziehungsfragen und ADHS, Depressionen und Angst, Essstörungen und zahlreichen weiteren psychiatrischen Problemen gezeigt.
Selbsthilfegruppen können eine emotionale Unterstützung und konkrete Hilfe bei der Bewältigung von Schwierigkeiten bieten und so den Betroffenen helfen, sich besser den Problemen im Umgang mit ihrer Problematik zu stellen. Aus den Erfahrungen von anderen Betroffenen kann man schneller und leichter lernen und z.B. auch an gute Therapeuten vermittelt werden.
Auch Selbsthilfebücher können eine gute Hilfe sein. Dies wird sogar in der Fachwelt als "Bibliotherapie" besonders gewürdigt. Die Vermittlung von Wissen über seine Erkrankung bzw. spezielle Problematik ist in aller Regel die Grundlage für jede psychotherapeutische Arbeit.
Somit kann Selbsthilfe die 1. Wahl für die Behandlung leichterer emotinaler Turbulenzen und Probleme sein. Für schwerwiegendere Probleme und psychiatrische Erkrankungen bleibt jedoch in aller Regel die Behandlung durch einen qualifizierten Arzt / Psychologen erforderlich.
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