Sehr geehrte Damen und Herren,
ich weis nicht an wenn ich mich wenden soll.
Deshalb hoffe ich, dass Sie mir weiterhelfen.
Mein Bruder hat glaub ich eine Persönlichkeitsspaltung. Von einer zur anderen Minute kann er die Gesichter wechseln. Zuerst ist er nett und dann beschimpft er meinen Vater und mich aufs Wüsste. Ob er das auch bei anderen macht, weiß ich nicht.
Seit unsere Mutter vor jetzt fast zwei Jahren plötzlich verstorben ist, wird es immer schlimmer. Der Hass von meinem Bruder richtet sich vor allem an meinen/unseren Vater. Es geht bis zu Morddrohungen, ein Messer hatte mein Vater auch schon im Gesicht. Ich glaube nicht, dass mein Bruder normalerweise der Typ für so was ist, deshalb glaube ich, dass er psychische Probleme hat.
Ich möchte nicht, dass es im Disaster endet.
Wenn Sie mir nicht helfen können, wäre ich Ihnen dankbar,wenn Sie mir bald einige Stellen mitteilen könnten, von denen ich Hilfe erwarten kann.
Mit freundlichen Grüßen
Zunächst einmal : Eine Persönlichkeitsspaltung hat Ihr Bruder vermutlich nicht. Vielmehr scheint er über ein Impulskontrollproblem bzw. umgangsprachlich Ausraster zu verfügen, die er nicht richtig kontrollieren kann. Möglicherweise liegt ein grundlegendes Persönlichkeitsproblem vor, vielleicht aber eben auch nur eine zugespitzte familiäre Konfliktsituation.
Wie Sie schreiben, verändert er sich drastisch. Vermutlich wenn er in Wut ist bzw. emotional sich angegriffen oder unterdrückt fühlt. Wenn es so gefährlich wird, müsste man eigentlich die Polizei mit einschalten. Allerdings wird die nur dann aktiv, wenn eben eine AKUTE Fremdgefährdung vorliegt. Anders ausgedrückt : Eine dauerhaft angespannte Situation wird kaum zu Handeln führen.
Ich vermute einmal, dass sich ihr Bruder nicht helfen lassen möchte. Dies wäre aber die Voraussetzung für eine Veränderung. Ansprechpartner wären neben dem Hausarzt und einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auch Institutsambulanzen von Psychiatrischen Kliniken. Für Sie als Familienangehörige wäre ggf. auch eine Beratung beim Sozialpsychiatrischen Dienst hilfreich.
Sie werden aber ihren Bruder nicht zur Veränderung bzw. Annehmen von Therapie zwingen können.