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Wahn
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Re: Wahn
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******
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15 Nov 2009 17:15
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Wahn
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15 Nov 2009 07:55
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Wahn
From:
******
Date: Sun, 15 Nov 2009 07:55:14 +0100
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Ich habe vor 2 Monaten eine Frau kennengelernt. Was ich damals feststellen konnte war, dass sie extreme Ängste hatte und sich manchmal verfolgt und angegriffen fühlte. Soweit war das aber nicht schlimm. Wir haben uns dann näher kennen- und lieben gelernt. 3 Wochen später sind wir dann nach England in Urlaub gefahren. Kurz nach der Ankunft haben wir festgestellt, dass meine Freundin eine Linkshänderin ist, die als Kind umgepolt wurde. Ich hatte das schon vorher bemerkt, da sie viel mit der linken Hand macht. Wir sind in England angekommen und sie konnte ganz normal links schreiben, obwohl sie das nie zuvor gemacht hat. An dem Abend hat es dann angefangen, dass sie Wahnvorstellungen über die Erlebnisse in ihrer Kindheit hatte. Ich weiß nicht, ob man sich so schreckliche Sachen nur einbilden kann oder ob man ev. was erlebt hat, das so schlimm war, dass man extreme Ängste sein Leben lang hat. Meine Freundin fühlt sich von einem Arzt verfolgt, der sie als Kind gefoltert und gequält hat. Es sind anscheinend noch viele andere Dinge passiert, die man normalerweise nicht überlebt. Aus irgendeinem Grund meint sie, dass ihre Eltern sie loswerden wollten, weil sie ev. ein uneheliches Kind ist. Die Urlaubswoche war der reinste Horror mit Angstattacken, die wirklich extrem waren. Mit viel Liebe konnten wir die Zeit überstehen und ich hatte das Gefühl, dass es besser geworden ist. Sie hatte aber immer noch extreme Angst, alleine in ihrer Wohnung zu bleiben. Sie konnte nicht mehr arbeiten. Ich habe ihr angeboten, zu mir nach Dubai zu kommen. Sie wollte auch nicht zum Arzt, da sie Angst hatte, dass der sie umbringt. Ich wusste mir keinen Rat. Das Angebot mit Dubai war ein Fehler. Sie hat ihren Job gekündigt und ist zu mir gekommen. Ich dachte, dass in der neuen Umgebung alles besser wird. Jetzt nach 4 Wochen ist es aber genauso schlimm. Sie ist in einem Englischkurs und meint, dass sie dort Tests mit ihr machen und die Leute nun herausgefunden haben, was mit ihr wirklich passiert ist. Auch die Polizei hier weiß bescheid. Sie fühlt sich verfolgt, meint, dass überall Mikrofone wären und dass sie uns beobachten.
Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Die Auslandsversicherung bezahlt psychiatrische Behandlungen nicht. Wenn ich sie irgendwie wieder nach Deutschland bekomme, was kann ich dann machen. Wie kann man sie zu einer Behandlung bekommen und wie schaut es da mit den Kosten aus. Ist sie als Arbeitslose damit versichert.
Ich hoffe, dass mir hier irgendjemand sagen kann, was mit meiner Freundin los ist und was ich machen kann.
Re: Wahn
(Reply to:
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Date: Sun, 15 Nov 2009 17:15:38 +0100
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Eine Diagnosestellung ist so per Internet nicht möglich oder sinnvoll. Ich vermute, dass es sich am ehesten um eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung bzw. Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und paranoiden Merkmalen handelt. Eine Psychose im eigentlichen Sinne kann man nicht ausschliessen. Derzeit beschreiben sie auf jeden Fall paranoide Symptome. Sie benötigt sich therapeutische Hilfe. Ich vermute nur, dass diese rein zeitlich gesehen nicht innerhalb von Tagen, Wochen oder auch nur Monaten greifen wird. Vielmehr wäre eine längerfristige Behandlung bzw. ein psychosoziales Gesamtbehandlungskonzept erforderlich.
So nett ja auch ihre "Flucht" ins Ausland war, so wenig wird man jetzt om Deutschland machen können. Den Versichertenstatus kann ich natürlich so nicht beurteilen. Wenn sie in Deutschland noch bei einer Gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, hat sie Anspruch auf Leistungen. Sonst müsste sie sich dort wieder versichern lassen. Das klärt aber ja noch überhaupt nicht die sonstige Lage. Sie hat offenbar keine Wohnung und kein funktionierendes Bezugssystem. Sie lebt jetzt ja bei Ihnen. Eine Behandlung würde über einen sehr langen Zeitraum erforderlich sein, vermutlich aber auch mangels Mitwirkung der Patientin (da sie sich ja verfolgt bzw. drangsaliert fühlt) sehr sehr schwierig, ja unmöglich sein.
Sie werden sich zunächst nur an deutsch- oder englischsprechende Psychiater vor Ort wenden können. Eine andere Lösung sehe ich so kurzfristig nicht.
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