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  Re: Citalopram
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KOM2002 (plain)  Citalopram

To: Archive 337367

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reply Re: Citalopram , ****** , 17 Nov 2009 21:05
plain Citalopram , ****** , 17 Nov 2009 14:10
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Citalopram
From: ******
Date: Tue, 17 Nov 2009 14:10:26 +0100
Language: German

 


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Hallo liebe Experten,

da ich vor einigen Jahren schwere depressive Episoden nach einem Missbrauchstrauma und dem Tod zweier Freunde hatte, nehme ich seitdem, also seit 4 Jahren, morgens 20mg Citalopram, abends 50mg Opipramol.

Da es mir aber seit zwei Jahren darunter gut geht und ich weder depressive Probleme noch Ängste noch posttraumatische Symptome habe, habe ich vor ca 6 Wochen mit meiner Psychiaterin besprochen, dass ich das Citalopram zunächst auf 10 mg reduziere.
Sie sagte, wenn ich nach einigen Wochen merke, dass es mir schlecht geht, dann solle ich kommen, das sei dann ein Rückfall.

Nun ja:
Nach ein paar Wochen fing es langsam an: Ich wurde reizbarer und meine Stimmung schlug schnell um, mal albern, dann schlecht gelaunt oder traurig. Mein Antrieb wurde auch schwächer, ich war mehr müde als sonst. Aber alles eben manchmal, nicht die ganze Zeit und nicht so, dass ich eindeutig sagen könnte, ich bin depressiv.
Habe dann versucht, trotz Motivationslosigkeit aktiv zu bleiben und mich aufzuraffen. Zudem hab ich gemerkt, dass ich mich schwer entscheiden kann- eigentlich weiß ich immer genau, was ich will. Momentan kann es aber sein, dass ich mich z.B. jetzt entscheide, zum Sport zu gehen, mich an der Bushaltestelle umentscheide, wieder nach Hause gehe, um dann zu überlegen, dass ich doch wieder los sollte. Oder ich gehe einkaufen und entscheide im Supermarkt, dass ich doch keine Lust habe und wieder nach Hause will....unterwegs ekeln mich andere Leute auch an, wenn die mich streifen o.a....
Jetzt hab ich 3 Wochen gewartet, weil ich eben nicht typisch wie früher total traurig und sinnlos bin, sondern eben eher so passiv und müde und träge.....aber in den letzten Tagen merke ich, dass ich manchmal ohne Grund losheule (passiert mir eigentlich sonst nie) und meine lieben Menschen anschnauze, weil mich alles so reizt....

Was würden Sie mir raten? ich kann nicht einschätzen, ob das jetzt das ist, was meine Psychiaterin meinte, und ich hingehen sollte....ich will auch nicht ewig Tabletten nehmen.
seit 2 Jahren gings mir doch gut, alles war so weit weg und ich arbeite selber in der Psychiatrie, wo nie jemand vermuten würde, was mit mir los war/ist....
Bin etwas ratlos, vielleicht haben Sie einen Tipp?
Ach ja: Ich bin weiblich und 25 Jahre alt...
Gruß und danke im Voraus!
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Re: Citalopram (Reply to: 143676 from ****** )
From: ******
Date: Tue, 17 Nov 2009 21:05:23 +0100
Language: German

 


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Ich kann sehr gut nachempfinden, dass sie nicht ständig Medikamente schlucken wollen. Andererseits haben die Medikamente offenbar gut geholfen.

SSRI wie Citalopram haben 2 entscheidende Wirkungen (wenn sie wirken)
1. Sie wirken schützend vor einer erneute schweren depressiven Episode. Die Wahrscheinlichkeit für das Wiederauftreten einer erneuten Depression wird geringer
2. Sie wirken in gewisser Weise schützend vor Stress

Gerade wenn sie selber mit psychisch Kranken arbeiten werden sie vermehrt Stress bzw. Leid / Spannungen in ihrer Umgebung erleben. Potentielle Trigger, aber auch einfach nur eine stressive Atmosphäre.

Es ist für ihr Gehirn verdammt anstrengend, das zu verarbeiten (bzw. sie vor möglichen Triggern zu schützen).

Ich würde sehr darüber nachdenken, ob da nicht 20 mg Citalopram eine gute Schutzmaßnahme sind. Sie sollten auf jeden Fall nochmal mit ihrer Ärztin darüber reden und eine Abwägung der Pro und Contras machen.

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